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Die Geschichte von S.H. aus M.


Hallo,

mein Name ist S.H.,
ich suchte bei E-bay Mieter für mein Nebenerwerbsbauernhof, da ich ins Ausland auswandern wollte. Dies schrieb ich nätürlich auch in der Annonce mit bei, was - wie ich jetzt weiß - eine offene Einladung für Mietnomaden war.

Die Leute haben sich das Haus und das Grundstück angeschaut. Es war ein Ehepaar mit zwei Kindern, sowie der Frau ihr Bruder mit Freundin.

Da es ein altes Bauernhaus ist, und ständig etwas an Renovierung anfällt, dachte ich mit zwei Männern im Haus wird das schon klappen. Ich selbst bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern.

Wir vereinbarten, das ich das Material stellen würde und die Mieter die Arbeiten machen würden, für Dinge die sie verändern wollte. Z.B. das Verlegen von Laminat in der Küche oder Hölzer für die Decke, da sie Angst hatten, wenn sie dort die Tapete abreissen würden, das die Decke mit runter käme.

Einen Monat bevor sie einziehen sollten kamen sie schon an. Ich war in der Zeit im Ausland um meine Auswanderpläne zu verwirklichen. Sie zelteten im Garten, bekamen Zutritt zu meinem Ladengeschäft, da sie meinem damaligen Mieter erzählten, es wäre mit mir so abgesprochen, daß sie ihre Sachen schon hier unterstellen könnten.
Dabei zogen sie mir den Stecker meiner Gefriertruhe raus, da sie von innen die Tür verbarrikadierten, damit man ihnen nichts stehlen konnte. Das mehrere Kilo Fleisch in der Gefriehtruhe waren, interessierte sie nicht.

Als ich aus dem Ausland zurück kam, entdeckte ich den Schaden. Die Mieter waren aber auch gleich wieder vor Ort, und wollten einziehen. Da ich nicht nach neuen Mietern suchen wollte -ich hatte Zeitdruck - dachte ich: Schwamm drüber, es wird schon schief gehen! Mein größter Fehler!

Am Tag des Einzugs hatten sie die Kaution nicht, da Hartz IV keine Kautionen mehr zahlen würde. Ich rief abends mehrere Leute an, von denen ich dachte, die würden so etwas wissen, und bekam diese Meinung bestätigt.
Okay, dann sollten sie halt in Raten zahlen. Ich machte ein Sparbuch auf, auf das die Kautionszahlungen gehen sollten. Die erste Miete wurde ohne Probleme gezahlt. Aber das Geld steckte ich in Material, damit die Mieter die Küche so renovieren konnten, wie sie es sich vorgestellt hatten. Auch als die zweite Miete fällig wurde, kam ich nach Deutschland, um mich von den Renovierungsarbeiten zu überzeugen. Wieder wurde die Miete mit Material und einem Warmwasserboiler für die Küche verrechnet.

Als die dritte Miete fällig war, kam keine Zahlung auf mein Konto. Als ich anrief, meinten die Mieter, es wäre meine Schuld, daß sie ihr Hartz IV Geld gestrichen bekommen hätten. Mein ehemaliger Mieter hätte sich nicht abgemeldet, und somit würde das Arbeitsamt wegen Betruges gegen mich recherchieren. Dabei bekam ich doch gar keine Miete von meinem Ex-Mieter auf mein Konto.

So lies ich mich noch zwei Monate trösten. Der Aussendienstmitarbeiter vom Arbeitsamt wäre nun da gewesen, es wäre alles okay, und innerhalb von einer Woche hätten sie ihr Geld auf dem Konto und würden sofort die ausstehende Miete zahlen.

Eine Woche später rief ich wieder an, um mich nach dem Sachstand zu erkundigen. Da hieß es, die Mieter hätten einen Kabelbrand gehabt, und jetzt würde es Ihnen reichen. Ein Freund der Mieter hat die neue Elektroinstallation in der Küche gemacht. Ich hatte nur das Material bezahlt.
Als setzte ich mich in mein Auto, verließ meine neue Arbeit und kam mit Kind und Kegel zurück nach Deutschland. Währenddessen hat meine Mutter bereits mehrmals versucht, telefonisch mit den Mietern einen Termin für einen Elektrikerbesuch auszumachen. Sie wurde aber nie zurückgerufen. Zwei mal schickte sie abends einen befreundeten Elektriker zu meinem Haus. Diesem wurde aber nicht geöffnet.

Auch als ich vier Tage später wieder in Deutschland war, versuchte ich jeden Tag vergeblich, mit den Mietern Kontakt aufzunehmen. Mein Nachbar teilte mir mit, er würde den Mietern mit einem Verlängerungskabel Strom geben, da sie wohl noch immer keinen Strom hätten. Auch wären sie den ganzen Tag aus dem Haus und würden erst spät abends zurückkommen.

So fuhr ich zu einer Bekannten, die sich in meiner Abwesenheit um meine Post gekümmert hatte, um die Post zu holen. Das Haus meiner Freundin liegt in einer Sackgasse mit Wendehammer Als sie mich zu meinem Auto begleitete, fuhren die Mieter in ihrem Auto gerade an meinem Auto vorbei. Wir waren allerdings vier Meter hinter denen, so das sie uns nicht gesehen hatten. Meine Freundin und ich dachten die Mieter hätten gehört, daß ich wieder in Deutschland sei, und hätten nach mir geschaut. Wahrscheinlich haben sie mein Auto erkannt, wußten aber nicht, wo sie klingeln sollten.
So schob ich meine fünfjährige Tochter schnell ins Auto und fuhr den Mietern hinterher.
Als ich sie auf der Schnellstrasse eingeholt hatte, hupte ich und gab Lichtzeichen. Allerdings drehte sich keiner der Mieter um. Also versuchte ich zu überholen, was mir aber wegen Gegenverkehr nicht gelang. Als ich dann endlich überholen konnte, überholte ich großzügig, parkte mein Auto am rechten Fahrbahnrand und stieg aus , um zu winken. Die Mieter hielten auch ihr Auto an, unterhielen sich ca. eine Minute miteinander, ohne das mich einer dabei angeschaut hätte, dann fuhren sie wieder los, und langsam an mir vorbei.
Im Vorbeifahren drehte sich die Ehefrau meines Mieter zu mir, und zeigte mir einen Vogel. Ich verstand die Reaktion der Mieter dmals noch nicht, wunderte mich aber sehr darüber.

Deshalb fuhr ich zu meinem Haus um wenigstens vom Garten aus nach dem Rechten zu schauen. Dabei entdeckte ich, das mehrere Bäume gefällt waren und eine Wand zum Nachbargrundstück entfernt wurde, so daß meines Nachbarn Erdreich abzustürzen drohte, da er mindestens einen Meter höheres Erdreich hat, als ich.

Danach beriet ich mich mit meiner Anwältin, die die zwangsweise Öffnung der Tür beantragte, um einem von mir beauftragten Elektriker Einlass zu geben. Ich rief morgens bei der Polizei an, um zu fragen, ob diese mitkommen würden, um mich dabei zu unterstützen.

Dabei erfuhr ich, dass die Mieter mich angezeigt hatten. Ich hätte versucht sie in den Graben zu drängen. Bei der Erstaussage, die ich auf der Polizei gelesen hatte, behaupteten die Mieter, ich hätte sie dreimal überholt. Einmal hätte ich versucht, sie auszubremsen, dann hätten sie mich wieder überholt, dann hätte ich versucht, sie in den Graben zu drängen, und dann noch einmal überholt. usw. Bei der neuen Aussage - die meinem Anwalt jetzt vorliegt - behaupten sie, ich hätte nur einmal überholt und sie dabei ausgebremst und in den Graben gedrängt. Jetzt am kommenden Mittwoch habe ich deshalb eine Gerichtsverhandlung und kann nur hoffen, das es bei dem Richter nicht wie beim Fussball das Torverhältnis zählt. Denn in deren Auto waren vier Erwachsene und zwei Kinder, in meinem Auto war nur ich mit meiner fünfjährigen Tochter, so steht es 'Aussage gegen Aussage'.

Ausgezogen sind die Mieter aber direkt, da ich sofort mit dem Arbeitsamt telefoniert habe, und mir dieses zugesichert hatte, die nächste Miete, sollte die Mieter nicht vorher ausziehen, direkt auf mein Konto zu zahlen. Damit war klar, dass sie bei mir nichts mehr abstauben konnten. Die Miete und die Kosten für die Müllbeseitigung werde ich wohl in meinem ganzen Leben nicht mehr bekommen, dafür sind die Pfändungsgrenzen in Deutschland zu hoch. Auch eintausend Euro muß ich noch für meinen Anwalt in der Strafsache zahlen. Die bekomme ich zwar vom Staat zurück, wenn ich als unschuldig aus der Verhandlung rausgehe, doch ich weiß noch nicht , wie der Richter die vier Aussagen werten wird.

Das es sich um abgezockte Mietnomaden handelt, habe ich erst verstanden, als ich die Türschlösser nach deren Auszug aufbrechen mußte - da die Schlüssel nicht zurückgegeben wurden - und ich hier jede Menge Mahnbescheide von anderen Vermietern fand, mit deren Anwälten ich mich dann telefonisch in Verbindung setzte. Wenn mir jemand helfen kann, der eventuell auch solche Geschichten erlebt hat, dann bitte bei mir melden. Danke!

Mit freudlichen Grüßen

S. H.









Name und Anschrift der/des Betroffenen sind der Redaktion bekannt.
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